Streamdienst

Stromdienst

Disney's Streaming Service: Die Schlacht hat angefangen Die Entertainment-Gruppe Disney betritt den Streaming-Markt in den USA mit einem eigenen Sportangebot: Ab dem 1. Januar können Games und Events verschiedener Disziplinen und Spielklassen für fünf Euro im Monat direkt oder on demand auf der Website von ESPN+ verfolgt werden. Das ist erst der Anfang: Durch Hulu, eine Kooperation von Disney, Time Warner, Comcast und 21st Century Fox, ist Disney seit mehr als zehn Jahren im Bereich Entertainment Streaming tätig.

Disney's Umzug könnte Netflix, Amazon Prime, HBO Go, Hulu und YouTubeTV unter Druck setzten. Dank der Einbindung von Filmstudios wie Lukasfilm, Pixel und Marvel umfasst die Disney-Filmbibliothek einige der besten Filmblockbuster der letzten Jahre. Auch Disney will seinen Dienst zu einem niedrigeren Preis als seine Wettbewerber bieten. Sie werden " wesentlich geringer " sein als Netflix' monatliche Gebühr von elf Dollars, sagte Disney-Chef Bob Iger im vergangenen Jahr.

"Disneys Hauptstratege Kevin Mayer sagte, das Tor sei keinesfalls das Aufblasen von Netflix. Doch wenn die von Disney beabsichtigte Uebernahme von 21st Century Fox von den Kartellwachen genehmigt wird, wird ein echtes Riesenmammut in das Streaming-Geschaeft eintreten. Netflix, der aktuelle Affe auf dem Weltmarkt mit 117 Mio. Teilnehmern, startete 2012 mit "Lilyhammer" seine eigene Produktion und macht seitdem mit Reihen wie "House of Cards", "Orange is the New Black" und jüngst "Stranger Things" bahnbrechendes TV.

Auch Amerikas bekanntester Talkshow-Moderator, David Letterman, ist jetzt bei Netflix. Doch die Filmbibliothek von Netflix steht unter Zeitdruck. Bislang hat Netflix die Exklusivrechte für die Übertragung von Disney-Produktionen auf dem nordamerikanischen Kontinent seit 2016, darunter die Kinofilme von Lukasfilm, Marvel und Pixel. Ende 2019 laufen die laufenden Aufträge aus, wenn Disney seine Werke selbst streamt.

Doch bereits im vergangenen Monat, zwei Monaten nach der Veröffentlichung von Disney's Plänen, hat Netflix angekündigt, 50 Prozent seiner eigenen Filmbibliothek mit Original-Produktionen auszurüsten. Alleine in diesem Jahr will der Verlag acht Mrd. Euro in den Aufbau seiner Programmsammlung investieren, davon 25 Prozent in die eigene Serienentwicklung und -produktion. 2017 betrugen die Investitionskosten sechs Mrd. Euro. 80 eigene Spielfilme sind in diesem Jahr bei Netflix geplant, eine zehnfache Steigerung des Vorjahres. Und die anderen Mitanbieter?

Amazon, das seit 2008 Videostreaming betreibt und 2010 die Amazon Studios startete, hat im vergangenen Jahr 4,5 Mrd. Euro in seine Mediathek investiert. Der Versandhausriese produzierte unter Programmdirektor Roy Price eine Vielzahl bemerkenswerter Reihen, darunter die mehrfach prämierte Transgender-Familien-Komödie "Transparent" und das ebenso prämierte Drama "The Marvelous Mrs. Maisel".

Nachdem Preis wegen Sexualstraftaten angeklagt wurde und im vergangenen Monat den Kopf abnehmen musste, ist der Segen von Amazon krumm - zumal im Weinstein-Skandal ein hochklassiges Vorhaben von David O'Russell mit Robert De Niro und Julianne Moore geplatzt ist. Doch Amazon hat die notwendige Veränderung, um noch mehr zu erfinden: Aktuell planen sie eine Serienanpassung des "Herrn der Ringe", allein für die Rechte soll der Schifffahrtsriese 200 Mio. Dollars in die Tasche gesteckt haben, um Netflix zu übertreffen.

Laut Schätzung wird die Reihe, deren Herstellung im Jahr 2020 beginnt und laut Amazon-Chef Jeff Bezos zum neuen "Spiel der Throne" wird, mehr als eine Mrd. Euro betragen. Auch Tech-Giganten wie Google, Apple und Google wollen mitmachen - letztere hatten im vergangenen Jahr zwei Top-Manager von Sony Television pochiert und verkündet, sie würden eine Milliarden Euro in eigene Produktionen stecken, darunter eine Fernsehshow mit Minnesota, Reese Witherspoon und Aniston.

Auch für die Watch-Plattform will das Unternehmen eine Billion einbringen. Googles Wunsch war es, eine Serie mit einem Budget von bis zu drei Mio. pro Folge zu erstellen. Im Jahr 2009, als die zweite Saison von "Breaking Bad" begann, war es der 21. Der Aufstieg von Disney auf dem Streaming-Markt könnte auch auf das klassische US-amerikanische TV-Geschäft einwirken.

Fachleute betrachten Special-Interest-Kanäle wie den Sportkanal ESPN, der auch zu Disney zählt, als Ursache dafür, dass viele Menschen immer noch TV-Abonnements über lokale Kabel- oder Satellitenbetreiber haben. Bei ESPN ist ein Großteil dieser Informationen nun auch als Streaming-Abonnement erhältlich.

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