Viele TV-Angebote gibt es seit langer Zeit am selben Sendeplatz. Die Tagesschau der ARD beginnt um …
Streaming Dienste Hörbücher
Hörbücher für Streaming-DiensteHörbücher sind in einer Stagnation der Buchbranche seit Jahren ein verlässlicher Wachstumsimpuls. Die US Publishers Association hat gerade erst Daten veröffentlicht, wonach der US-Buchmarkt im ersten Vierteljahr 2017 um knapp 0,9 Prozentpunkte wuchs, das Geschäftsfeld "Hörbuch-Downloads" sogar um 28,8 Prozentpunkte. Zusätzlich zu Download-Shops und Abo-Angeboten wie der Amazon-Tochter Hörbücher sind auch Hörbücher ein Renner bei den großen Streaming-Plattformen.
Mittlerweile hat allein die Firma Givaudan mehr als 100 Mio. Käufer. Dies ist eine grundlegende Voraussetzung für eine stimmige Reproduktion der vielen zehntausend Hörbücher, die bei uns zu Hause zu finden sind und die in viele einzelne Teile unterteilt sind. Allerdings hat der Verführer das Selbe. Die Pressemeldung von Bookwire vom heutigen Tag über die "technische Umsetzung zur optimalen Nutzung von Hörbuchinhalten (....), die sich an der Billing-Logik von Streaming-Portalen orientiert", gibt Auskunft.
Bei Spotify, Napster & Co. werden die Reproduktionen nicht nach Minuten, sondern nach der Zahl der Titel bezahlt. Mit 40 einzelnen Minikapiteln werden 40-mal so viele Einnahmen erzielt wie mit einem zusammenhängenden Audiobuch mit genau dem selben Inhalt. Bookwire, die für die Lieferung von rund 3.000 Hörbüchern zuständig ist, hat deshalb "eine Techniklösung erarbeitet, die automatisch die einzelnen Hörbuchtitel in kleine Track Units mit tadelloser Klangqualität aufteilt".
Auch das gestreamte Audiobuch oder die Hörspiele laufen unter fehlerfreien Bedingungen mit der aktuellen Fragmentierung zusammen. Diese Erinnerungssekunden können jedes Hörvergnügen rasch auslöschen, vor allem mit einem Audiobuch, das die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich ziehen soll. Wenn Sie standardmäßig Einzelspuren an oder aus lassen oder Shuffle aktivieren, müssen Sie Ihre Einstellung für jedes Audiobuch abändern.
Kostenlose Benutzer sind in den meisten Streaming-Diensten sowieso nicht enthalten, da sie Playlisten nur in beliebiger Folge abspielen können. Die Kugel ist in Spotify & Co. Diese Problematik könnte leicht dadurch gelöst werden, dass Streaming-Anbieter für die Abspielzeit und nicht für einzelne Titel bezahlen, jedenfalls für Teilbereiche.
Dazu müssten sich die Streaming-Anbieter aber erst einmal darüber im Klaren sein, dass aus Sicht des Verlages die Fragmentierung der Hörbücher, die im Moment bedauerlicherweise ökonomisch durchaus Sinn macht, die eigenen Nutzer abschreckt. Vor allem, da es nicht nur oft unkürzte Versionen von Einkaufsplattformen gibt (zumindest bei Audible), sondern auch editorisch geteilte Soundtracks.